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Abkürzungen und Begriffe, die Ihnen unbekannt sind, können Sie |
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Es gab ziemlich lange Gesichter im Familienkreis nach unserer Eröffnung, meinen 50. Geburtstag im November 1996 in wärmeren Gefilden zu feiern, ohne auch nur an Tickets für den Rest unserer großen Familie zu denken. Diesmal war es nicht Freitag der 13. (siehe Reisebericht Barbados - “Im Land der bärtigen Bäume”), als wir auf Karibiktour gingen. Und deshalb lief wohl auch gleich einiges schief!
Ich erkläre ihm, dass ich Funkamateur bin und die Palme als Abspannpunkt für meine Antenne brauche. Daraufhin gibt er mir bedeutungsvolle Zeichen und verschwindet. Wenig später biegt er mit einem Skylift um die Ecke - der Rest ist ein Klacks. Unkompliziertere Hilfsmaßnahmen gibt es wohl kaum. Das ist eben die Karibik! Der erste Contest - CQWW SSB - steht unmittelbar bevor. Ich habe gerade mal 30 Stunden Zeit und tröste mich schon damit, dass ich ohnehin bereits das dritte Mal als 8P9GU in der Luft gewesen wäre und SSB sowieso nicht meine Betriebsart ist, als die Wiederbelebungsversuche meiner XYL Erika ersten Erfolg versprechen. Sie hält mir die Telefonnummer unseres guten Freundes Charlie, 8P6KW, unter die Nase. Vielleicht wüsste er Rat. Und er wußte tatsächlich ... Mister Burton, ICOM-Händler und für mich in diesem Moment eine Art Gottheit, verspricht, mir kurzfristig zu helfen. Freitag Mittag, der Transceiver “spielt” - der Contest ist gerettet! Allerdings kann mir Mr. Burton keinen triftigen Grund für das Versagen meines Transceivers nennen, er funktioniert einfach wieder. Charlie und seine XYL Friedel unterstützen uns großartig. Wir holen den Transceiver ab und drei Stunden vor Contestbeginn fahre ich die ersten CW-QSOs. Bereits nach 41 Contest-QSOs streikt der Transceiver erneut. Gleicher Fehler - ich gebe auf.
Charlie holt uns Samstag gegen zehn Uhr zur Stippvisite bei 8P9Z ab. Ich schleppe vorsichtshalber den Transceiver mit. Vielleicht kann mir dort geholfen werden. Fehlanzeige - aber immerhin leiht mir Steve, K4FJ, einen TS-440. Ich kann wieder ins Contestgeschehen eingreifen. Bei Contestende stehen 633 QSOs zu Buche. Nicht gerade ein Ruhmesblatt, aber ich war dabei! Gary, 8P6ER, hat den rettenden Einfall: Hans Girardi, ex OE9AGI, der seit ca. 17 Jahren auf Barbados lebt und sich wie kaum ein anderer im Metier auskennt, nimmt sich meines Transceivers an und repariert ihn über Nacht. Hans meint, es handele sich um einen Fehler, der durch die hohe Luftfeuchtigkeit ausgelöst wurde. Bei einem eventuellen “Rückfall” Gehäuseunterteil ab, Föhn ran, fünf Minuten warten und weiter QSOs fahren ... ich bin skeptisch. Die erste Woche meiner DXpedition kann ich getrost “in den Skat drücken”. Aber wir haben alte Freundschaften aufgefrischt und neue geschlossen. Gary avisiert mich bei seinen Freunden in Grenada. Er gibt mir einige Telefonnummern mit, falls es Probleme beim Zoll geben sollte - Sigi, DL7DF, kann ein Lied davon singen ... Nach etwa 40minütigem Flug, unerwartet problemloser Zollabfertigung und kurzer Autofahrt zu unserem neuen QTH an der Südküste Grenadas, Lance aux Epines Cottages, geht es sofort an den Antennenaufbau. Unsere Hütte steht gerade einmal 10 Meter vom Meer entfernt, kein Grund also zu der Annahme, dass hier die Luftfeuchtigkeit geringer sein sollte als auf Barbados. Auf alles gefasst, betätige ich den Netzschalter des Transceivers. Aber mein ICOM läßt mich diesmal nicht im Stich. J38GU ist QRV.
Wie immer suche ich erst einmal nach brauchbaren Signalen. T9/OI5XY muss diesmal als mein Versuchskaninchen herhalten. Im ersten Anlauf bekomme ich 599. Wer sagt’s denn ...! Ich brauche nicht lange CQ zu rufen und schon ist das erste Pileup im Gange. Hier kommen wir endlich zur Ruhe. Die Hektik der Woche in Barbados gerät schnell in Vergessenheit. Die Bedingungen auf den höheren Bändern sind alles andere als berauschend. Nur zwischen 13.00z und 16.00z sind einige europäische Stationen auf 20m und 17m auszumachen. Da ich mit XYL auf Urlaubsreise bin und auch selbst etwas erleben will, lasse ich die dürftigen Öffnungen nach Europa sausen, zumal Sigi mit seiner Crew als J38DF ein paar Tage zuvor gute Vorarbeit geleistet hat, und konzentriere mich auf 30m und 40m in den Abend- und Nachtstunden. Trotzdem bin ich hin und wieder auf den höheren Bändern QRV - der Erfolg ist mäßig. Nach 14 Tagen Grenada und einer erlebnisreichen 2. Etappe stehen insgesamt 2.658 QSOs in den Logs. 481 in RTTY, der Rest in CW. Im WAE RTTY Contest komme ich auf 362 QSOs. Die Statistik ist symptomatisch für die gesamte Reise. 54% der QSOs entfallen auf Nordamerika, 41% auf Europa und 5% auf Südamerika. Asien, Afrika und Ozeanien teilen sich die restlichen 2%. |
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Frank, J39CY, der sich in Grenada rührend um uns gekümmert hat, gibt uns die Telefonnummer seines Freundes Donald DeRiggs, J88CD, den er bereits über unsere Ankunft in St. Vincent informiert hat.
Es ist nach 00:00z, als ich etwas lustlos auf 40m CQ rufe. Ich kann zwei QSOs in relativer Ruhe fahren, dann bricht es über mich herein. Ich bin nicht mehr in der Lage, einzelne Rufzeichen herauszuhören. Als wenn alle nur auf mich gewartet hätten. Eigentlich schade, dass man so ein Pileup nicht optisch wiedergeben kann! Dann bestätigt sich wieder meine Erfahrung, dass es keinen Sinn macht, mit Rufzeichenfragmenten zu arbeiten. Fast alle scheinen die gleichen Rufzeichen zu haben! Also Strategiewechsel, Splitbetrieb und lieber ein paar Sekunden länger warten und mit vollem Rufzeichen zurückkommen - das spart Zeit. Nach gut drei Stunden stehen über 400 QSOs im Log. Nicht schlecht für den Anfang unter diesen Bedingungen. Sicherlich gibt es von meiner Seite aus auch ein paar Holperer, aber wer schon einmal am anderen Ende eines Pileups gesessen hat und nicht zu den Ausnahme-Amateuren wie DK7PE, G3SXW oder OH2BH gehört, wird das wohl verstehen. Oft muss man in der Karibik die Stationen bei Signalsstärken von kaum S5 aus Rauschen und Prasseln fischen und freut sich über jedes QSO, das geloggt werden kann. Weniger erfreulich ist deshalb für mich die relativ hohe Anzahl von Doppel-QSOs. Von den 5600 QSOs als J87GU sind immerhin 266 Dupes - das betrifft noch nicht einmal die QSOs mit Stationen, die mich je einmal außerhalb und während des CQWW CW gearbeitet haben. Nun gerät bei mir niemand wegen eines Doppel-QSOs auf eine “Black list”, aber der Adrenalinspiegel steigt doch merklich, hat man nach mehreren Rückfragen endlich eine Station “ausgebuddelt”, die man noch nicht einmal zwei Tage vorher bereits gearbeitet hat. Selbstverständlich hat nicht jeder OM ein Computerlog, aber wer fährt unter normalen Umständen schon mehrere hundert QSOs pro Tag. Ein relativ rares Rufzeichen findet man auch im Papierlog ohne übermäßig langes Suchen wieder. Und man ermöglicht vielleicht Anderen, im Pileup ein neues Land zu arbeiten! Wir treffen uns ein paar Mal mit Donald, J88CD. Er ist Fernsehproduzent und Direktor des “Government Information Service” sowie Direktor und Gründungsmitglied der “Rainbow Radio League” von St. Vincent. Seit 10 Jahren Funkamateur, ist er doch ein wenig beeindruckt von den 93 Ländern, die ich in knapp einer Woche gearbeitet habe. Der Amateurfunk hat bei den Einheimischen einen ganz anderen Stellenwert und man überlässt den “crazy foreign hams” gern die Pileups - alles viel zu anstrengend !!! Donald bittet mich um ein kurzes Interview und dreht ein paar Sequenzen während des CQWW. Am Tag nach dem Contest läuft ein etwa zweiminütiger Beitrag in den Abendnachrichten des Fernsehens.
Die Tage vergehen wie im Flug. Wir haben viel erlebt, wunderschöne Ausflüge gemacht und die Karibik in ihrer ganzen Schönheit genossen, neue Freunde gefunden, die kreolische Küche schätzen gelernt und die Seele baumeln lassen. Im J87GU-Log stehen gut 5500 QSOs. 2069 davon im CQWW CW und 123 in RTTY. 70% der QSOs entfallen auf Nordamerika, 23% auf Europa, 5% auf Südamerika und 2% auf den Rest der Welt. |
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Sicherlich wäre mit besseren Antennen, größerer Leistung und DX-trächtigerem QTH mehr drin gewesen, aber für eine Urlaubsaktivität eines DXpeditions-Greenhorns bin ich recht zufrieden mit den erreichten Ergebnissen. |
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Als wir auf dem Rückweg nach Berlin einen Tag Transitaufenthalt auf Barbados haben, verdreht meine XYL dann doch die Augen, als ich mich fuer “die paar Minuten” an den Aufbau der Antenne mache. Es reicht noch für gut 500 QSOs über Nacht. |
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Während unseres ersten Aufenthaltes auf St. Vincent stand auch ein Besuch der Nachbarinsel Bequia
Die ersten zehn Tage wohnen wir im “Creole Garden” in der Lower Bay bei Dawn und Willi. Willi stammt aus Deutschland und hat sich auf Bequia seinen Lebenstraum erfüllt. Wir haben einen fantastischen Ausblick auf die Admirality Bay. Dann fliegen Willi und Dawn zum Urlaub nach Deutschland. Wir ziehen um ins “Kingsville Apartments”, ebenfalls in der Lower Bay gelegen.
Wir sind viel unterwegs auf der Insel. Wenn man auf Animateure verzichten kann und die Gabe hat, seinen Urlaub selbst zu gestalten, gibt es auch auf Bequia eine Menge zu erleben. Man kann ausgedehnte Wanderungen unternehmen, schnorcheln und tauchen gehen, sich mit Einheimischen treffen und die Sehenswürdigkeiten “abhaken”. Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten, ist ein Besuch in Athneal Olivierres Museum. Athneal, genannt “The last Whaler” (Der letzte Walfänger) fing bis vor einigen Jahren für den Eigenbedarf der Inselbewohner noch Wale "mit der Hand". Man fuhr in einem Ruderboot auf's Meer und fing den Wal mit der Handharpune. Er hat in seinem Haus ein kleines Walfang-Museum eingerichtet und erzählt gern seine Geschichten. Ganz am Ende der Lower Bay neben “Coco’s Place” hat sich eine junge französische Künstlerin niedergelassen. Wenn sie keine schrill bunten Bildchen als Souvenir aus der Karibik suchen, sondern anspruchsvolle Zeichnungen oder Aquarelle, sollten Sie ihr einen Besuch abstatten. Ihre Mutter zeigt Ihnen gern ihre Arbeiten, da die Künstlerin oft auf den Inseln unterwegs ist. |
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