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Nach meiner letzten Teilzeit-DXpedition als C6A/DL7VOG im April 1993 ist es endlich wieder soweit: Mitte Mai 1994 hat das Fernweh ein Ende.
Ein kurzer Abstimmtest auf allen Frequenzen ergibt, dass Antenne und Transceiver “spielen”. Gebannt wie immer suche ich erst einmal nach hörbaren Signalen: kurz darauf steht das erste QSO mit K1EFI/VP9 im Log. Na gut, die Bermudas liegen ja quasi vor der Haustür. Dann wieder das übliche Kribbeln beim ersten CQ-Ruf. WS4E gewinnt das Rennen, dann melden sich die Europäer mit F6KUQ und einigen tschechischen Stationen zu Wort. Bevor das erste Pileup entsteht, geht’s aber erst mal an den knapp 20 Meter entfernten Strand. Bereits nach kurzer Zeit juckt es mir wieder in den Fingern und meine XYL, die dafür einen guten Sensor hat, schickt mich an die Station. Auf 15m sind einige Stationen zu hören. YI9CW fischt mich als erster auf, DL8HWA, DL7VSN/p und DL3BRE landen noch in den “Top Ten”, dann bricht es über mich herein. Die Bedingungen verschlechtern sich aber zusehends und so stehen nach drei Stunden nur gut 100 QSOs, darunter meine allerersten 13 RTTY-QSOs im Log. Gegen Abend unterbricht ein plötzlich einsetzendes starkes Prasseln auf allen Frequenzen meinen Tatendrang. Ich bin nicht mehr in der Lage, selbst starke Signale eindeutig zu lesen. Ich versuche, ein paar Brechstangen-QSOs auf die Reihe zu bekommen, gebe aber schnell auf, um die Leute nicht zu verärgern. Die S-Meter-Nadel zeigt permanent S9. Das setzt sich leider in den nächsten Tagen unregelmäßig fort. Carlos, 8P6RY, den ich ein paar Tage später danach befrage, meint, das sei auf Barbados normal. Die an den Freileitungsmasten hängenden Transformatoren “spratzen” sehr oft. Leider bleibe ich auch im WPX-Contest nicht davon verschont, so dass sich die einzuhaltende Pausenzeit von 12 Stunden unfreiwillig auf über 19 Stunden ausdehnt. Der WPX steht auch für die durchwachsenen Ausbreitungsbedingungen in diesen Wochen. Am ersten Tag reicht es, obwohl ich mit 100 Watt an einer Vertikal-Antenne zu ebener Erde und geringer Contest-Erfahrung nicht gerade zu den Big Guns des Contests gehöre, für gut 600 QSOs. Ich liebäugele schon mit der 1000-QSO-Marke, sterbe aber am zweiten Tag mit nicht einmal 200 QSOs regelrecht ab, obwohl ich mich ehrlich abrackere. Europa bleibt an diesem Tag fast unerreichbar, Asien überhaupt außen vor. Ein Stundenschnitt von 6 bis 10 QSOs über weite Strecken im Contest treibt einem nicht gerade die Freudentränen in die Augen, aber an Kapitulation denke ich nicht.
An den nächsten Abenden sehen wir uns öfter und Lawson ist es auch, der mich mit einigen anderen OM der Insel, Carlos, 8P6RY, dem Präsidenten der Radio Society of Barbados und Tony, 8P6CI, bekannt macht. Kurz vor Ende unseres dreiwöchigen Urlaubs treffen wir uns in der Klubstation des Radioklubs zu einem Eyeball-QSO in größerer Runde.
Nach einem fantastischen Urlaub stehen 3065 QSOs im Log, obwohl es vom Zeitaufwand her gut und gern einige Hundert hätten mehr sein können. Als bestes Band erweist sich 40m, gefolgt von 20m und 30m. Auf 10m gelingen mir einige QSOs mit DL um 20 Uhr! 80m bleibt verriegelt, selbst Skeds in den frühen Morgenstunden führen nicht zum Erfolg. Eine Drahtantenne hätte hier wohl bessere Dienste geleistet. Über 60% der QSOs fallen auf Europa. Mit 488 QSOs steht DL hier an erster Stelle. Nord- und Südamerika teilen sich den Rest der QSOs. Die übrige Welt landet mit kaum mehr als 30 QSOs weit abgeschlagen auf den Rängen. Obwohl ich mich fast täglich um 6 Uhr Ortszeit aus dem Bett quäle, um die dürftigen Öffnungen nach Japan nicht zu verpassen, gelingt mir nicht ein einziges QSO. Nur hin und wieder sind JA-Stationen mit äußerst schwachen Signalen zu hören. Am 4. Juni heißt es Abschied nehmen. Über St. Lucia geht es wieder zurück nach Berlin. Weil man jedoch in Barbados versehentlich zu viel Treibstoff in die Tanks gefüllt hat und damit das Landegewicht überschritten ist, kreist unsere Maschine noch etwa eine Stunde über St. Lucia. So bekommen wir die Insel gratis von allen Seiten zu sehen. Die Insel bietet einen tollen Anblick und unser Entschluß, bald wieder in diesen Gefilden Urlaub zu machen, wird dadurch nur noch bestärkt. |
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