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Mein Wunsch, San Andrés zu aktivieren, war bereits einige Jahre alt. Da es in Deutschland keine
Reiseveranstalter mehr gibt, die diese Insel im Programm haben, schien das Ziel in immer weitere Entfernung zu entschwinden, bis wir im März 2001 auf der alljährlich in Berlin stattfindenden ITB die Lösung fanden. Bruni
Kohlsdorf, eine seit vielen Jahren in Bogotá lebende ehemalige Berlinerin, die dort ein Reisebüro betreibt, war sofort Feuer und Flamme, uns bei der Planung und Durchführung unserer Reise behilflich zu sein. Wir wurden
nicht enttäuscht. Kurze Zeit später erhielten wir per E-Mail alle erforderlichen Informationen und es ging in die "heiße" Phase der Vorbereitungen.
Mein Freund Mario, HK3WGQ, ließ sich ebenfalls nicht
lange bitten, mir bei der Beschaffung der Lizenz behilflich zu sein. Über die "Liga Colombiana de Radioaficionados" war schnell der notwendige Kontakt hergestellt. Maria Teresa Rodriguez, die Sekretärin der LCRA,
legte sich für meine Gastlizenz mächtig in's Zeug.
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Maria Teresa, Gerd/HKØGU und Mario/HK3WGQ
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Das einzige wirkliche Problem war der Postweg. Der Lizenzantrag, die Kopien der deutschen Lizenz und des
Passports waren schnell per E-Mail übermittelt; die beiden benötigten Passbilder sollten jedoch unbedingt im Original übersandt werden. Von Anfang Mai bis Anfang Oktober scheiterten fünf postalische Versuche. Marios
E-Mails wurden immer besorgniserregender. Er brauchte dringend die beiden Passbilder. Um nicht noch die ganze Sache sterben zu lassen, blieb mir kurz vor der Angst
nur noch der Kurierweg. Für 126 DM gelang es per "Messenger", die Bilder gerade noch rechtzeitig an den Mann zu bringen. Als wir in Bogota eintrafen, wo wir 4 Tage blieben,
wurde mir allerdings erklärt, dass die Laminiermaschine, die zur Ausstellung der
Lizenz in Form einer Chip-Karte dient, ihren Dienst quittiert habe. Man gab mir den Lizenzantrag mit einigen Stempeln und handschriftlichen Bemerkungen und ließ mich unter HKØGU funken. Diese "Lizenz" behielt
auch für unseren zweiten Trip ihre Gültigkeit, da die Maschine immer noch nicht funktionierte. Mittlerweile ist das Problem aber gelöst und ich bin jetzt im Besitz der Originallizenz.
Das "Cocoplum Beach Hotel" erwies sich für uns als Volltreffer, zugegebenermaßen mit eingeengten Antennenmöglichkeiten, aber es liegt direkt am Strand und die Besitzerin Luz
Milena Diaz hat ein großes Herz für ihre Gäste - auch für Funkamateure. Die Jungs von 5KØZ werden das sicherlich bestätigen können. Der Besitzer des Nachbargrundstücks
hatte ebenfalls nichts dagegen, dass die 5KØZ-Antennen auf seinem Gelände aufgebaut wurden. Meine Antenne, eine HF9VX (Groundplane von Butternut), stand nur etwa 8 Meter
vom Wasser entfernt am Rande des Nachbargrundstücks auf der anderen Seite. Ich war wie immer überwiegend in CW und RTTY QRV. Im November 2001 kam ich auf 11.110 QSOs, im März 2002 auf 9.715 QSOs.
Unser Ausflug nach Providencia war gleichfalls ein voller Erfolg. Unser Hotel "Deep Blue" lag an der Ostküste der gebirgigen Insel am Hang und erwies sich als exzellenter
DX-Spot mit freier "Sicht" von Europa über die USA bis nach Japan. Aber auch hier gibt es auf Grund des dichten Bewuchses relativ eingeschränkte Antennenmöglichkeiten. Für
meine HF9VX war ausreichend Platz, einen Dipol zu spannen ist allerdings schier unmöglich. Roberto, EA4DX, der vom gleichen Hotel aus QRV war, hat aber auch für seinen Beam Platz gefunden.
Providencia, NA-049, ist in IOTA-Jäger-Kreisen wohl noch gesuchter als San Andrés. Die Pile-ups waren z.T. gewaltig. In den frühen Morgenstunden (ab 05:00z) ging es auf 20m in alle Richtungen von Japan
bis Europa mit Signalstärken von S9. Da wir während der vier Tage tagsüber ständig unterwegs waren und die unteren
Bänder gegen 03:00z (21:00 Ortszeit) aufgingen, blieb wenig Zeit zum Schlafen. Mehr als 10 Stunden waren es wohl in diesen vier Tagen nicht ! In der letzten Nacht war es besonders "haarig", mir riss es
förmlich die Augen zu - aber zum Schlafen blieb in San Andrés während unseres letzten Tages vor der Rückreise nach Deutschland noch genügend Zeit - also Augen auf und durch!! Ich erwischte mich aber
immer wieder dabei, dass ich in eine Art Sekundenschlaf fiel und hoffe nur, dass mir nicht allzu viele Fehler beim Loggen unterlaufen sind. Im Providencia-Log stehen 3675 QSOs, davon etwa 90 in SSB.
Providencia hat uns so gut gefallen, dass wir spontan beschlossen, unsere Silberhochzeit Anfang April 2004 auf diesem kleinen Inselchen zu feiern.
März/April 2004
Nach einem viertägigen Abstecher zur Isla Palma (SA-078), der ursprünglich mit Pedro, HK3JJH, gemeinsam stattfinden sollte - er war dann leider verhindert -, geht es über
Cartagena und San Andrés nach Providencia, wo wir am 18.3. eintreffen. In Cartagena haben wir einen Tag Aufenthalt und nutzen die Zeit für eine Besichtigung der wunderschönen Altstadt.
Am Abend treffen wir uns mit Pedro, HK1HHX. Pedro dürfte vielen Contestern unter seinem Contest-Rufzeichen 5K1X bekannt sein, mit dem er an vielen CW-Contests teilnimmt.
Er baut derzeit an einer neuen Station der Superlative und nimmt mir das Versprechen ab, mit ihm an einem der (über-)nächsten großen Contests teilzunehmen. Es wird wohl 2006
oder 2007 werden müssen, bevor unser gemeinsames Vorhaben Gestalt annimmt. Dann werde ich auch mit Pedro, HK3JJH, eine oder zwei IOTA-Gruppen aktivieren.
ACHTUNG: ES WIRD SICH NICHT UM MALPELO HANDELN! - Also keine unbegründete Euphorie aufkommen lassen! Pedro selbst will auf Grund der recht schwierigen Landebedingungen auf Malpelo keine
weiteren DXpeditionen mehr dorthin unternehmen!
Alles nennenswerte zu unserer Silberhochzeits-Reise können Sie in meinem im “FUNKAMATEUR” 2/2005 erschienenen Artikel lesen.
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